Solingen: Ein Alptraum wird 20 Jahre alt.

Genau vor 20 Jahren, am 29. Mai 1993, haben Rechtsextreme einen Brandanschlag auf ein Haus in Solingen verübt, in der eine türkische Großfamilie wohnte. Bei dem feigen Anschlag starben fünf Mitglieder der Familie Genç: Gülsün Ince (28), Hatice (19), Hülya (9) und Saime (5) sowie die Cousine Gülistan Öztürk (12), die gerade aus der Türkei zu Besuch kam. Der schwer verletzte Begier Genç musste 22 Mal operiert werden.

Das Oberlandesgericht in Düsseldorf verurteilte nach 1,5 Jahren Verhandlungen drei der vier Brandstifter zu 10 Jahren Jugendhaft, den vierten zu 15 Jahren Gefängnis. Alle vier Täter sind heute auf freiem Fuß.

Trotz dieses schrecklichen Erlebnisses, der schweren Verluste und der schmerzhaften Erinnerungen entschied sich Familie Genç in Solingen zu bleiben. Sie blieben und riefen zu Frieden und Freundschaft auf. Mevlüde Genç wurde in Deutschland zum Symbol von Geduld und Frieden. Sie wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, in ihrem Namen wurde ein Friedenspreis ausgerufen. Die CDU schlug sie für die Delegation vor, die den Bundespräsidenten wählt und sie hat bei der Wahl Joachim Gaucks zum ersten Mal ihre Stimme vergeben.

Bis zu diesem schrecklichen Ereignis war Solingen als die ”Stadt der Messer“ bekannt, danach wurde die Stadt nur noch im Zusammenhang mit dem rassistischen Brandanschlag genannt. Doch spielt Solingen eine große Rolle im Kampf gegen Rechtsextremismus und für Integration.

Am 20. Jahrestag dieses erschütternden Ereignisses erinnern von Jahresbeginn bis Jahresende an die 50 Gedenkfeiern an die Opfer von Solingen. Heute findet die Hauptgedenkfeier ab 15.00 Uhr im Konzert- und Theaterzentrum in Solingen statt. Zu den Teilnehmern gehören der türkische Vizepremier Bekir Bozdag, die Staatsministerin für Integration Maria Böhmer, die Vize-Ministerpräsidentin von NRW Sylvia Löhrmann, der Oberbürgermeister von Solingen Norbert Feith und der türkische Botschafter in Berlin Hüseyin Avni Karslıoğlu.

Bozdağ wird vor der Gedenkfeier die Familie Genç zuhause besuchen. Schüler werden einen Gedenkmarsch in Form eines Sterns veranstalten. Gestern fand ein Gedenklauf vom niedergebrannten Haus der Familie Genç zum Mercimek-Platz statt, der von der Stadt Solingen und der DITIB Zentralmoschee organisiert wurde.

Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.

Link: http://almanca.hukuki.net/solingen-ein-alptraum-wird-20-jahre-alt.htm
Artikel: Solingen: Ein Alptraum wird 20 Jahre alt.
Dieser Beitrag wurde unter Nachrichten abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*