Gül: Türkei will bei NATO-Gipfel Interessen wahren

Bei den Verhandlungen über den Aufbau der geplanten europäischen Nato-Raketenabwehr will die Türkei eigene Interessen ganz nach oben stellen. «Und dann wird die Türkei in Einklang mit der Solidarität im Bündnis entscheiden», sagte der türkische Staatspräsident Abdullah Gül am Freitag vor seiner Abreise zum Nato-Gipfeltreffen in Lissabon weiter. Er habe Signale begrüßt, wonach das Nachbarland Iran nicht namentlich als einer der wichtigsten Gründe für die Raketenabwehr genannt werden solle, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Iran ist für die Türkei ein wichtiger Wirtschaftspartner.

Die Türkei will im Gegenzug für eine Zustimmung zum Aufbau der geplanten europäischen Nato-Raketenabwehr einen Teil der Kommandogewalt, wie Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan zu Wochenbeginn gefordert hatte. Türkische Zeitungen berichteten danach, es gehe dabei um Posten in der Befehlskette sowie um die Errichtung von Kommandostellen auf türkischem Gebiet. Die USA wollten aber zunächst eine grundsätzliche Entscheidung über den Raketenschirm herbeiführen. Erst dann solle über die von der Türkei geforderten Details gesprochen werden.

Die Raketenabwehr soll vor allem aus der Verbindung bereits vorhandener Abwehrsysteme entstehen. Das System bietet nach den Plänen der Nato Schutz gegen Raketen, die aus dem Iran abgeschossen werden könnten. Der Westen verdächtigt den Iran auch, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten.

Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.

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