Die anatolische Superfrau / Von Rainer Hermann

Auf der Liste der mächtigsten Frauen der Welt steht sie immer ganz oben mit dabei: Güler Sabanci besitzt die größte Privatbank in der Türkei, verkauft Reifen, Wein und vieles mehr. Für viele junge Türkinnen ist sie ein Vorbild.

Sie produziert Wein, sammelt Kunst und setzt sich für die Rechte der Frauen ein. Sie steht einer der besten Universitäten der Türkei vor. Und sie führt eine der gewichtigen Unternehmensgruppen der Türkei. „Multitasking ist eben die Stärke der Frauen“, sagt Güler Sabanci, und während sie spricht, erklingt im Hintergrund Klaviermusik von Mozart. Kurz denkt sie nach. Männer hingegen, die seien meist in der Beziehungspflege besser.

In der Männerwelt ist Güler Sabanci aufgewachsen. Ihr Großvater Haci Ömer Sabanci hatte aus dem Nichts die Unternehmensgruppe aufgebaut, die seinen Namen trägt. Sechs Söhne hatte er, aber keine Tochter. Das erste Enkelkind war endlich ein Mädchen: Güler. „Natürlich ist die Geschlechterkluft stets und immer ein Thema“, sagt sie. Aber in ihrem Fall nicht. Im Gegenteil, ihr Großvater und ihre Onkel hätten sie immer ermutigt. Kein einziges Mal habe sie gehört: „Du bist doch ein Mädchen, also kannst du das nicht!“ Dabei sind sie alle im Osten Anatoliens geboren worden, in Kayseri und in Adana.

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