”Geduldig bis zu einem Punkt“

Der türkische Ministerpräsident ist in der Tschechei, der ersten Station seine Europareise, angekommen.

Recep Tayyip Erdoğan wird drei Staaten in Europa einen offiziellen Besuch abstatten. In der Tschechei hat Erdoğan die Europäische Union mit historischen Worten gewarnt. Nach seinem Vier-Augen-Gespräch mit dem tschechischen Präsidenten Petr Necas und den Komiteegesprächen, gaben beide Staatsführer eine gemeinsame Pressekonferenz. Später sprach Erdoğan auf dem Türkisch-Tschechischen Arbeitsforum.

Die wichtigsten Botschaften des türkischen Ministerpräsidenten:

Neue Hindernisse:

Seit 1959 kämpft die Türkei um die EU-Mitgliedschaft. Die Probleme, die der Türkei während der EU-Beitrittsverhandlungen begegnen, werden nicht von der Türkei, sondern von der EU verursacht. Wir sind ein Land, das seit zehn Jahren ein durchschnittliches Wachstum von 5,3 % im Jahr erzielt. Wir denken, wenn wir ein globales Land sind, sollte es auch keinen Staat geben, wo wir nicht hingehen können.

Europa braucht uns:

Im Moment sind unsere Unternehmer wie Hallaç Baumwolle (Sprichwort aus der Welt der Baumwollverarbeitung. Sinngemäß: in der Gegend verstreut)… Sie rasen durch die Welt… Sie kommen hierher. Die Hindernisse der EU, die trotz der Möglichkeiten und Potentiale der Türkei aufgestellt werden, schaden offen gesagt nicht der Türkei, sondern direkt der EU. Heute braucht nicht die Türkei die EU, sondern die EU die Türkei.

Türkeis Beiträge:

Türkei kann einen Beitrag zur Verhinderung der wachsenden Wirtschaftskrise in Europa leisten. Warum? Weil die 1,5 Milliarden große Islamische Welt es erwartet. Sie will und unterstützt den EU-Beitritt der Türkei. Dies wird ein ernst zu nehmendes Potential gebären. Die Türkei kann einen Beitrag gegen den wachsenden Rassismus in Europa leisten. Die Türkei kann auch einen Beitrag zur Kommunikation zwischen Europa und einer großen Geografie, in erster Linie dem Mittleren Osten, leisten. Die europäische Führung sollte die Türkei nicht nach vorübergehenden politischen Bedenken, sondern nach ihrem großen Potential und nach ihrer Kraft bewerten, das würde zu Europas Vorteil sein.

An unseren Zielen gibt es keine Abweichung:

Es steht nicht zur Debatte, dass wir als Regierung von unseren EU-Zielen abweichen könnten. In diesem Punkt befinden wir uns in keiner Abneigung. Wir sind auch nicht in einer neuen Suche. Aber wir sind traurig. Ich habe die Shanghai Zusammenarbeit auf die Tagesordnung gebracht. Das hat einige gestört. Aber warum stört euch das? Kann die Shanghai Zusammenarbeit eine Alternative für die EU sein? Sie ist eine andere Organisation, die eine andere.

Geduldig, aber nur bis zu einem Punkt:

Das die Verhandlungen nicht ewig dauern und sich nicht ewig hinziehen werden müssen alle sehen und verstehen. Bis wohin? 54 Jahre, das ist nicht einfach. Es gibt kein anderes EU-Mitgliedsstaat, das sich 54 Jahre in Geduld geübt hat. Wir sind geduldig, aber nur bis zu einem gewissen Punkt.

Dies ist nicht entschuldbar:

Dass die Türkei so lange hingehalten wird ist nicht auszuhalten oder zu entschuldigen. Man muss sich doch fragen, wie man ein Land wie die Türkei 54 Jahre vor der Tür warten lässt. Was gibt es, was sie nicht gemacht hat oder machen konnte, was sie nicht hingekriegt hat? Sie haben nur eins im Mund: das Ankara-Abkommen. Geh doch einen Schritt weiter zurück als das Ankara-Abkommen und schau was es da gibt? Natürlich wollen sie nicht bis dahin gehen.

Lass uns die Sache zu Ende bringen:

Die Türkische Republik habt ihr nicht in die EU aufgenommen, aber in den EU-Mitgliedsstaaten leben 5 Millionen Türken. Ihr habt uns zwar offiziell nicht aufgenommen, aber die Türkei ist bereits mit ihrem Volk drin. Ich sage, haltet uns nicht hin, lasst uns die Sache zu Ende bringen.

Auf der anderen Seite drückte der tschechische Präsident Necas seine volle Unterstützung für den EU-Beitritt der Türkei aus. Necas: „Wir glauben, dass die EU die Türkei aufnehmen und sich vergrößern muss. Es macht uns traurig, dass die Verhandlungen in eine Ausweglosigkeit geraten sind. Wir freuen uns über die Signale aus Frankreich, die eine Neuaufnahme der Gespräche ankündigen.“

Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.

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