Niemand darf euch fragen, wer ihr seid!
Der türkische Botschafter in Berlin Hüseyin Avni Karslioglu hat in Köln Vereine und zivile Organisationen besucht und sich über ihre Arbeiten erkundigt. In der Hac-i Bektasi Veli Alevi Cem-Haus e.V. wurde Karslioglu von dem Vereinsvorsitzenden Yüksel Söylemez, von Vorsitzenden, Dedes (alevitische Geistliche) und den Bürgern empfangen. Karslioglu betonte, dass er auch das Kind von einem Auswanderer ist und: „Wir haben mit Menschen zusammen gelebt, die aus den unterschiedlichsten Teilen der Türkei kamen. Niemand hat jemanden gefragt, wer er ist und woran er glaubt. Die Liebe zum Ehlibeyt (die Familie des Propheten Muhammed) ist sehr besonders. Ich akzeptiere es nicht, dass jemand ohne Ali (Schwiegersohn Muhammeds) Alevite sein will. Die Grausamkeit, die in unserem gemeinsamen Wallfahrtsort Kerbela stattfand, kann ich spüren (hier fand 680 die berühmte Schlacht von Kerbela statt, in der der Prophetenenkel Hussein ermordert wurde). Ich bin hier zuhaus, die Botschaft ist euer Zuhause. Ich werde alles in meiner Macht stehende tun um euch zu helfen!“
Vergesst nicht eure Wurzeln
Karslioglu: „Wenn jemand euch hinterfragt, ihr seid zu 100% Deutsche. Wenn ihr 100% Türke, Sunnit oder Alevite seid, geht das niemanden etwas an und niemand darf euch fragen, wer ihr seid. Vergesst nicht eure Wurzeln und Ali. Ich möchte, dass die Gesellschaft hier weiterlebt. Ich wünsche mir, dass ihr alle deutsche Staatsbürger werdet und unterstützte dies.“ Der Vereinsvorsitzende Yüksel Söylemez hielt eine kurze Dankesrede. Dede Niyazi Bozdogan betonte, dass dieses Cem-Haus gegründet wurde, um die Bräuche und Traditionen des alevitischen Islam bekannt zu machen, der ein Glauben des Friedens und der Liebe ist: „Alevitismus ist die Koraninterpretation der Ehlibeyt. In unserem Land konnten wir unseren Glauben nicht würdig vorstellen. Cem Häuser sind keine Alternativen zu Moscheen. Während das Geld in die Religion fliesst, sollten auch unsere Cem Häuser unterstützt werden. Unsere Gebetsplätze sind begrenzt. Wir sind jederzeit die Wächter und die Versicherung der Republik. Zwischen uns darf es keinen Dialogbruch geben“.
Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.