50.000 Euro Blutgeld
Im Januar 2009 überfuhr Ali Yatkın den 17-jährigen Mohammed Omeirat, als dieser bei Rot über die Straße lief. Der junge Mann starb an den Folgen des Unfalls.
Taccidin Yatkın ist der Vater von Ali und der ehemalige Präsident des Zentralrats der Türken in Deutschland. Im Frühjahr 2013 wurde er durch einen Mittelsmann zu einem Treffen mit der Großfamilie Omeirat eingeladen. In den Räumen eines libanesischen Vereins in Berlin-Neukölln empfingen ihn 40 bis 50 Mitglieder des arabischen Clans, wie die Welt berichtet. Es war kein freundlicher Empfang, sondern eine Machtdemonstration. Yatkın: „Ein Imam forderte von uns 50.000 Euro als Gegenwert für 100 Kamele. Während der Verhandlung gingen sie auf 20.000 Euro runter. Sie erklärten, sie können nicht dafür garantieren, dass mir und meinem Sohn nichts passiert, wenn ich nicht zahle.“
Yatkın erinnerte daran, dass die deutsche Justiz in diesem Fall ein Urteil gefällt hat und die Familie Geld von der Versicherung bekam: „Ich habe vor der libanesischen Großfamilie gesagt, dass ich die Summe im Gegenwert für 100 Kamele nicht zahlen werde. Ich erinnerte daran, dass die deutsche Justiz das Problem gelöst habe. Die deutschen Behörden haben mich gewarnt, dieses Lösegeld nicht zu zahlen. Und falls ich zahlen sollte, werden die Forderungen kein Ende nehmen.“
Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.