Zuhause war die Türkei, draußen war Deutschland / Von Irmgard Lorenz

Nevfel Cumart, Zerrissener und Mittler zwischen zwei Welten, bei der Eröffnungsveranstaltung zur Interkulturellen Woche im Gespräch mit Landrat Hubert Hafner und Ichenhausens Bürgermeister Hans Klement. „Die Umgebung sieht einen immer als Fremden“, sagte der Autor, der gut zwei Dutzend Zuhörern im Unteren Schloss von Ichenhausen aus seinem Leben erzählte und aus seinen Gedichten las.

Ichenhausen Er ist in Deutschland geboren und aufgewachsen, hat sich jahrelang gegen Widerstände und schließlich erfolgreich um die deutsche Staatsbürgerschaft bemüht, und ist doch auch der Heimat seiner Eltern innig verbunden: Nevfel Cumart, Sohn anatolischer Eltern, die weder lesen noch schreiben konnten und vor fünf Jahrzehnten als Gastarbeiter nach Deutschland kamen. In beiden Welten, so der Autor bei einer Lesung in Ichenhausen zum Auftakt der Interkulturellen Woche, fühle er sich „beheimatet“, aber: „Es war ein langer, schmerzhafter Weg bis dahin.“

Zerrissener und Mittler zwischen zwei Welten, zwischen Orient und Okzident, ist Nevfel Cumart. Er empfindet sich weder ganz als Türke, noch als Deutscher, auch nicht als Symbiose aus beidem. „Eine Frage, auf die es keine Antwort gibt“, sagt er, spricht von der Diskrepanz zwischen Selbstbild und Fremdbild und erklärt: „Die Umgebung sieht einen immer als Fremden.“ Wollte er als Kind ein guter türkischer Sohn sein, dann konnte er nicht gleichzeitig ein guter deutscher Kumpel sein – und umgekehrt.

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