”Wir wollen kein Geld, sondern Gerechtigkeit!“

Die Leiden der Familien, deren Liebsten von der NSU-Terrorzelle ermordet wurden, nimmt kein Ende. Jahrelang wurden sie als Verdächtige behandelt, im Ungewissen gelassen und konnten keinen Frieden mit ihrem Schicksal schließen. Nun müssen Sie sich Geldgier vorwerfen lassen.

Das Oberlandesgericht hat nach ihrer Entscheidung den Prozessbeginn auf den 6. Mai zu verschieben erklärt, dass sie den Angehörigen der Opfer die dadurch entstandenen Unkosten erstatten. Die neuen Diskussionen um diese Kosten sind ein weiterer Schlag ins Gesicht dieser Menschen. Die Frage, wer die Fahrtkosten übernimmt, erweckt den Eindruck, dass die Familien der Opfer keine anderen Probleme als Geldsorgen hätten.

Kerim Şimşek, der Sohn von dem ersten NSU-Opfer Enver Şimşek, sagt zu den Unkostendiskussionen: „Wir wollen kein Geld, wir wollen Gerechtigkeit.“ Der junge Mann erklärt gegenüber SABAH: „Was ist schon Geld im Vergleich zu den Schmerzen, die wir ertragen müssen.“

”Wenn der Prozess aus einem schwachsinnigen Grund verschoben worden wäre, hätte es uns als Hinterbliebene der Opfer traurig gemacht. Wir haben uns mit allem was wir haben auf diesen Prozess vorbereitet. Aber er ist verschoben worden, weil türkische Journalisten nicht zu den Verhandlungen zugelassen wurden und sie deshalb vor das Bundesverfassungsgericht gegangen sind. Ich möchte unbedingt, dass türkische Medien im Gerichtssaal vertreten sind. Ihre Anwesenheit wird uns Moral und Kraft geben. Deshalb bin ich nicht traurig über die Verschiebung des Prozesses.“

Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.

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