Was für ein V-Mann!

Der Fall Thomas S. sorgt weiterhin für Wirbel. Wie nun bekannt wurde, war er nicht nur V-Mann für das LKA, sondern auch für die Bundesanwaltschaft. Der frühere Neonazi stand den NSU-Terroristen, die in einer bestialischen Mordserie zehn Menschen, davon acht Türken, umbrachten, nahe. Er war sogar zeitweise mit Beate Zschäpe liiert und versorgte das Terrortrio mit Sprengstoff.

Die Bundesanwaltschaft hat sich persönlich für Thomas S. eingesetzt, der zu diesem Zeitpunkt für das LKA tätig war, damit er auch für sie arbeiten kann. Nachdem sein Bankkonto gesperrt wurde, rief die Bundesanwaltschaft bei der Oberstaatsanwaltschaft in Dresden an, forderte: „Entsperrt seine Konten!“ und bat in die Akte ein Vermerk zu machen, dass dies auf deren Wunsch passiert. Die Bundesanwaltschaft wollte Thomas S. für sich arbeiten sehen.

Wichtige Unterlagen über S. Tätigkeit als V-Mann für das LKA und Protokolle über sein Treffen mit Berliner Polizisten sind spurlos verschwunden. Zwar soll S. Bereits 2002 Informationen über den Verbleib der Zwickauer Terrorzelle weitergegeben haben, aber es ist davon auszugehen, dass er keinen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung der Mordfälle geleistet hat. Thomas S. war erst nach dem Auffliegen der NSU-Terroristen mit 12 beschuldigten als Teil des Komplexes entlarvt.

Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.

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