Union Busting bei Wombats geht weiter

Die aktion ./. arbeitsunrecht rief gemeinsam mit neun weiteren Gewerkschaften und Organisationen zum Protest in Berlin auf.

Dabei ging es vor allem um zwei Ziele: Erstens, die Auslagerung der Putzfrauen des Wombat’s Hostel zu verhindern und zweitens eine breite Bewegung gegen die Zerschlagung von Belegschaften und für Kollegialität und Zusammenhalt am Arbeitsplatz zu befördern. Es geht um das Motto: „Eine Belegschaft, ein Betriebsrat, ein Tarifvertrag!“

Was droht im Wombat’s Berlin?

Nachdem die Belegschaft des Wombat’s Berlin mit ihrer Gewerkschaft NGG einen Tarifvertrag erkämpft hat, will die Geschäftsführung nun den Betrieb zerschlagen. Die Reinigungskräfte würden durch das Outsourcing einen neuen Arbeitgeber bekommen.

Derzeit wird der Münchner Reinigungsbaron Mustafa Yalçinkaya (Thalhammer GmbH/ EAK GmbH) als aussichtsreicher Kandidat für die Auslagerung im Wombat’s gehandelt. Die Reinigungskräfte sind zum größten Teil Arbeiterinnen, die schon jahrelang im Wombat’s arbeiten. Setzt sich die Geschäftsführung durch, so stehen sie zukünftig wahrscheinlich ohne effektiven Schutz vor Kündigung da. Der Tarifvertrag, den sie mit erkämpft haben, würde für sie nicht mehr gelten. Ihr Betriebsrat verliert seine Zuständigkeit und somit verfallen alle erkämpften Rechte.

Doch es geht um noch mehr!

Überall im Land werden Belegschaften gespalten. Die Zerstörung von Gemeinschaftssinn und Organisierbarkeit wird von Unternehmensberatern und Managern gezielt betrieben, um Lohndumping, Arbeitsverdichtung und Flexibilisierung voran zu treiben.

In jährlichen Ausschreibungen tritt ein Dickicht aus Sub-Unternehmen gegeneinander an, das man bei geschickter Steuerung in einen ruinösen Preiskampf um Aufträge versetzt. Die Zeche zahlen diejenigen, die die eigentliche Arbeit verrichten. So wird gesellschaftlich notwendige Arbeit zu menschenunwürdiger Arbeit, während sich das Management die Taschen vollstopft.

Am Beispiel des Wombat’s City Hostel können wir wie unter einem Brennglas erkennen, was die Arbeitswelt in Deutschland zu einem kalten und für viele Beschäftigte hoffnungslosen Ort gemacht hat: Die Zerschlagung von gewachsenen Belegschaften. Das ist sozialschädlich, undemokratisch und gewerkschaftsfeindlich.
Auslagerungen werden nur dadurch profitabel, dass das Management den Arbeitsdruck erhöht und die Arbeitsbedingungen ständig verschlechtert.

Um die Belegschaft und den Betriebsrat fertig zu machen, schrecken diese Leute anscheinend vor nichts zurück: Nach Kündigungen und Abmahnungen wegen Streikteilnahme, werden neue Verträge nun grundsätzlich nur noch befristet abgeschlossen. Bevor ein Rechtsanspruch auf Entfristung entsteht, setzt man die Beschäftigten kurzerhand auf die Straße. Bei ständiger Unsicherheit können Meinungsfreiheit und demokratische Grundrechte eingeschränkt werden.

Es entsteht ein Klima, das eklige Blüten treibt: Ein chauvinistisches Management, das offensichtlich glaubt, sich in einem rechtsfreien Raum zu bewegen, sprüht auf die Straße obszöne Zeichnungen, Beleidigungen und „Fuck U Betriebsrat“ in Richtung Belegschaft. So geschehen im März 2019 vor dem Wombat’s.

Als Union Buster im Hintergrund fungiert hier Tobias Grambow aus der berüchtigten Rechtsanwaltskanzlei Buse Heberer Fromm. Wir erklären uns dabei solidarisch mit allen Kollegen, die mit ihren Gewerkschaften für die Rückführung der Tochterunternehmen in Verantwortung des Landes Berlins kämpfen! Dazu gehören beispielsweise Kultureinrichtungen wie das Technikmuseum, der Botanische Garten, Freie Träger, die Krankenhäuser Vivantes und Charité, Musikschulen uvm.

„Mustafa bleib in Bayern“

Es wurde eine Onlinepetition „Mustafa, bleib in Bayern!“ gestartet, bei der es darum geht, dass der Münchner Reinigungsbaron Mustafa Yalçinkaya dazu aufgefordert wird, seine Rolle in diesem dreckigen Spiel zu überdenken.

Die Petion ist hier zu finden: https://arbeitsunrecht.de/die-wombats-fordern_mustafa-bleib-in-bayern/


Die Petition im Wortlaut:

Ich schreibe Ihnen, weil Sie als aussichtsreicher Kandidat gehandelt werden, die Abteilung Housekeeping der Wombat‘s GmbH Berlin zu übernehmen.

Die Firma Wombat‘s GmbH Berlin hat im Jahr 2018 durch einen Arbeitskampf der Belegschaft immer wieder Negativ-Schlagzeilen produziert, da die Geschäftsleitung mit rechtsmissbräuchlichen Methoden versuchte, die Belegschaft einzuschüchtern und zu drangsalieren.

Doch weder juristisch haltlose Abmahnungen, substanzlose Kündigungen (die vor Gericht keinen Bestand hatten) noch Hausverbote gegen Streikende und Gewerkschafter*innen sowie andere Schikanen brachten am Ende den gewünschten Erfolg. Im Gegenteil: Die Belegschaft rückte näher zusammen, ließ sich nicht einschüchtern und konnte so einen Tarifvertrag erkämpfen.

Dadurch wurde die Wombat’s-Belegschaft zu einer Art Leuchtturm in düsteren Zeiten. Sie genießt über Berlin hinaus unter Lohnabhängigen, Gewerkschafter*innen und sozialen Aktivist*innen große Solidarität.

Um den Betriebsrat zu untergraben und den Tarifvertrag auszuhöhlen, wird ein Sub-Unternehmer gesucht.

Die Tatsache, dass das Management nun die Putzfrauen auslagern will, sehen wir als Angriff auf eine sympathische Belegschaft, die solidarisch für ihre Rechte kämpft.

Geben Sie sich nicht für dieses durchsichtige und schmutzige Manöver her, Herr Yalçınkaya!

Der Beitrag Union Busting bei Wombats geht weiter erschien zuerst auf Yeni Hayat.

Detaillierte Post auf DEUTSCH – Yeni Hayat

Link: http://almanca.hukuki.net/union-busting-bei-wombats-geht-weiter.htm
Artikel: Union Busting bei Wombats geht weiter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.