Türkische Großmachtträume / von Gerd Höhler

Die Türkei hat ehrgeizige Ambitionen. Sie will Gestaltungsmacht im Nahen Ostern werden. Doch es gibt manche Ungereimtheiten. Auf der Strecke könnten die EU-Pläne bleiben.

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu sieht sein Land in einer neuen Rolle, der eines “Global Players”. Die Türkei, so erläuterte Davutoglu kürzlich vor Journalisten in Istanbul, sei nicht nur eine Brücke zwischen Ost und West, sie wolle künftig auch eine “Stimme der armen und unterdrückten Nationen des Südens gegen die reichen Länder des Nordens” sein, ein “Gewissen der Welt”, das “weise Land der Erde”. An Sendungsbewusstsein mangelt es dem türkischen Chefdiplomaten nicht. Aber er ist dabei, sich zu übernehmen.

Heute empfängt Davutoglu im ostanatolischen Erzurum den griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou. Der Athener Premier soll dort vor der Konferenz der türkischen Botschafter sprechen. Außenminister Davutoglu hat seine Missionschefs aus aller Welt in die Heimat beordert. Das Motto der Tagung lautet: “Visionäre Diplomatie – die globale und regionale Ordnung aus Sicht der Türkei”. Seinen Diplomaten will Davutoglu einmal mehr das Credo seiner Politik verkünden: “Null Probleme mit den Nachbarn”.

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