Türkische Betriebe ändern ihre Namen

Durch die wachsenden Vorurteile gegenüber der türkischen Bevölkerung in Deutschland fühlen sich viele türkischstämmige Selbstständige gezwungen, den Namen ihrer Betriebe in eine andere Sprache zu ändern, damit sie nicht türkisch klingen. Viele Gründer sehen mögliche Startschwierigkeiten für ihre Betriebe mit türkischen Namen, denn türkische Unternehmen werden als Dönerbude oder Gemüsehändler pauschalisiert. So hat auch Dilek Vardarbasi ihren Gebäudereinigungsbetrieb in Offenbach in „Main-e Cleaning Company“ umbenannt. „Mit Bedauern habe ich für meinen Betrieb einen nicht türkischen Namen aussuchen müssen. Auch auf den Visitenkarten steht der Name eines deutschen Geschäftsführers. Das ist mittlerweile deutsche Realität“, so die 31-jährige Unternehmerin.

Auch im Gastronomie-Bereich wählen viele türkische Selbstständige italienische Namen. Die türkische Bedienung im Pizza- oder Spaghettiladen erhält einen italienischen Namen. Der 35-jährige Finanzberater aus Stuttgart, Muhammed Erturan, sagt: „Türkische Unternehmer werden meistens diskriminiert, einfach nur weil sie türkische Namen tragen.“ Viele türkische Selbstständige berichten, dass mit dem Namenswechsel auch der Umsatz erheblich gestiegen sei. Die Zahl der türkischen Betriebe in Deutschland hat sich im Jahre 2010 auf 80 Tausend erhöht. Sie bewirtschaften insgesamt 40 Milliarden Euro im Jahr und schaffen für ca. 400 Tausend Beschäftigte einen Arbeitsplatz.

Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.

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