Türkei und Iran bauen Handel stark aus

Die Türkei und der Iran bauen ihre Wirtschaftsbeziehungen ungeachtet des internationalen Streits um das Atomprogramm Teherans wieder stark aus.

Binnen fünf Jahren solle das Handelsvolumen auf 30 Milliarden US-Dollar (rund 23 Milliarden Euro) im Jahr steigen, sagte der türkische Staatsminister für Außenhandel, Zafer Caglayan, am Donnerstag bei einem türkisch-iranischen Wirtschaftsform in Istanbul. Allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres sei das wegen der Wirtschaftskrise zuvor eingebrochene Handelsvolumen um 86 Prozent gestiegen, zitierte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu den Regierungspolitiker weiter.

Das Handelsvolumen der beiden Staaten hatte 2008 noch mehr als 10 Milliarden US-Dollar betragen, war dann aber im vergangenen Jahr auf rund 5,5 Milliarden Dollar gesunken. Der Iran verkauft große Mengen Gas an die Türkei, so dass Ankara insgesamt eine negative Handelsbilanz verzeichnet. Staatsminister Caglayan forderte am Donnerstag, so schnell wie möglich zu einem Ausgleich zu kommen. Der Iran soll also mehr Güter aus der Türkei importieren.

Den westlichen Partner der Türkei, allen voran den USA, ist der Ausbau der Geschäfte ein Dorn im Auge. Der Iran wird vom Westen verdächtigt, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomtechnologie nach Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet die Vorwürfe. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat den Iran zuletzt immer wieder unterstützt und das Recht des Nachbarlandes auf ein ziviles Atomprogramm verteidigt.

Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.

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