Türkei: Streit um Kurdisch im Klassenzimmer / Von unserem Korrespondenten Jan Keetman (Die Presse)

Ein Sprachenstreit erschüttert das Land, die prokurdische Partei für Frieden und Demokratie (BDP) will Kurdisch als Unterrichtssprache einführen. Der zuständige Oberstaatsanwalt prüft ein Verbot der BDP.

Istanbul. Zum Jahresende ist die politische Szene in der Türkei in Aufruhr geraten: Die prokurdische Partei für Frieden und Demokratie (BDP) hat sich erlaubt, die Sprachenfrage der Türkei auf die Tagesordnung zu setzen.

Sie will in den Kurdengebieten im Südosten der Türkei Kurdisch als Unterrichtssprache von der Grundschule bis zur Universität einführen. Auf einem Kongress in Diyarbakir forderte man darüber hinaus „demokratische Autonomie“ für 25 Regionen des Landes.

Die Sprachenfrage hat zu einer seltenen Allianz zwischen der gemäßigt islamischen Regierung Erdoğan und dem kemalistischen Generalstab geführt. Erdoğan wirft der BDP „Rassismus“ vor. Die gemeinsame Sprache der Türkei sei nun mal Türkisch. Die BDP würde mit ihrem Vorschlag der „Brüderlichkeit“ schaden und Benzin ins Feuer gießen. Eine scharfe Verurteilung der kurdischen Forderungen durch den Nationalen Sicherheitsrat ist zu erwarten. Der zuständige Oberstaatsanwalt prüft bereits ein Verbot der BDP. Im Kreisverband der BDP in Istanbul, in einem kleinen Gebäude in einem vom Abbruch bedrohten Viertel, sieht man sich gerade im Fernsehen an, was der Vorsitzende der rechtslastigen MHP zum Vorstoß der BDP zu sagen hat: „Unser Brot ist türkisch, unser Wasser ist türkisch“, hebt Devlet Bahçeli an. Erdoğan wolle als „Subunternehmer“ der USA das Land teilen, indem er Zugeständnisse an „Terroristen“ mache. „Aber sie werden die stählerne türkische Faust spüren.“

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