Tödliche Mode: Lungen tausender junger Türken ruiniert / von Jan Keetman

Tausende Arbeiter haben ihre Lungen in Jeans-Fabriken ruiniert. In der Türkei ist die Sandstrahltechnik, mit deren Hilfe Jeans eine abgewetzte Optik erhalten, nun zwar verboten. Dennoch bleibt oft nur das Warten auf den Tod.

Gebraucht aussehende Jeans sind „in“, sie wirken cool und tragen ebensolche Bezeichnungen: „Vintage“, „antique“, „stonewashed“ oder einfach „used“. Doch sie haben weder etwas mit Weinernte noch mit antiker Patina zu tun, der treffendste Name wäre „Mord“. Beim Bleichen der Jeans mit Sandstrahlern wurden in der Türkei tausende Arbeiter schwer geschädigt. Zwar hat die Regierung auf öffentlichen Druck das Verfahren vor gut einem Jahr verboten, doch die erkrankten Arbeiter sterben weiter, und die Firmen lassen nun in Ägypten, Pakistan oder Bangladesch ihre Jeans bleichen.

Die Jeansbehandlung begann Ende der Neunzigerjahre in kleinen Klitschen in den Vororten Istanbuls. Die Arbeiter waren häufig blutjunge Kurden aus dem Osten oder kamen aus Ländern wie Rumänien, Aserbaidschan und selbst aus Afghanistan. Weil es eine dreckige Arbeit sei, gebe es ein wenig mehr als den Mindestlohn, sagte man ihnen. Dass unter Umständen schon nach einem Monat eine potenziell tödliche Krankheit drohen würde, konnten die Arbeiter nicht ahnen.

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One thought on “Tödliche Mode: Lungen tausender junger Türken ruiniert / von Jan Keetman

  • 06/04/2011 at 14:17
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    Das finde ich wirklich schlimm.
    Ich habe mich eigentlich noch nie so richtig mit diesem Thema auseinandergesetzt, aber jetzt, wo ich es gelesen habe, war ich wirklich geschockt.
    o:

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