‚Thomas Cook Group‘ ist pleite

Die Bemühungen zur Rettung des britischen Reisekonzerns Thomas Cook Group sind gescheitert, nachdem die Regierung in London eine Finanzierungsbitte über 150 Millionen Pfund (knapp 170 Millionen Euro) abgelehnt hatte. Eine so hohe Summe hätte eine „moralische Gefahr“ dargestellt, argumentierte Premierminister Boris Johnson. Auch die Anwerbung neuer Investoren scheiterte. Daher teilte das Unternehmen am Montag morgen mit, einen Insolvenzantrag stellen zu wollen. Der Betrieb wurde umgehend eingestellt. Weltweit sind etwa 600.000 Reisende gestrandet.

Kritik an der britischen Regierung kam von der Transportgewerkschaft TSSA, die sie für den Verlust von weltweit 21.000 Arbeitsplätzen, davon 9.000 in Großbritannien, verantwortlich macht. Dass die Regierung die Beschäftigten lieber hängenlasse, als Thomas Cook zu retten, sei „beschämend und falsch“. Die Gewerkschaft suche nun das Gespräch mit der Unternehmensführung. Man hoffe weiterhin auf neue Investoren und will verhindern, dass der Konzern „verschrottet“ wird.

Derweil hält die deutsche Tochter des Reiseunternehmens, die Charterfluggesellschaft Condor, den Betrieb aufrecht. Allerdings hat Condor bei der Bundesregierung einen Überbrückungskredit beantragt. Man arbeite mit Hochdruck an einer Lösung, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Es solle so schnell wie möglich eine Entscheidung über den Antrag geben. Unterstützung erhält die Fluggesellschaft von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. „Jetzt muss alles getan werden, um Condor zu erhalten und die Arbeitsplätze zu sichern“, betonte Vorstandsmitglied Christine Behle. Condor sei „eine wichtige und gute Marke im Luftverkehrsmarkt mit außerordentlich engagierten Beschäftigten, die dafür gesorgt haben, dass die Airline nach wie vor profitabel ist“.

Wirklich überraschend kommt die Pleite von Thomas Cook nicht. Der Konzern war in den vergangenen Jahren immer wieder in Schieflage geraten. Bereits 2012 konnte das Überleben nur mit frischem Geld mehrerer Banken gesichert werden. Seither sitzt das Unternehmen jedoch auf einem Schuldenberg in Milliardenhöhe und ächzt unter der hohen Zinslast. Der jüngste Preiskampf im Reise- und Fluggeschäft kam erschwerend hinzu. Um an Geld zu kommen hatte der Konzern im Februar sogar seine Fluggesellschaften samt Condor zum Verkauf gestellt. Im Juli blies er das Vorhaben wieder ab und präsentierte statt dessen einen umfangreichen Rettungsplan mit Investoren – der nun scheiterte.

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