Schützt ohne zu schaden!

Nachdem das Kölner Landgericht Beschneidung als “Körperverletzung“ verboten hat, wird nun über die medizinischen Vorteile des Eingriffes diskutiert. Kemal Özkan kam 1976 mit einer dauerhaften Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis nach Deutschland um türkische Kinder zu beschneiden. Sein Sohn, der Urologe Dr. Levend Özkan erklärt die medizinischen Vorteile der Beschneidung.

Hygienisch notwendig

Beschneidung vermindert das Risiko von bestimmten Krankheiten betont Dr. Özkan und sagt: „Besonders das Infektionsrisiko und das Risiko von Geschlechtskrankheiten sinkt deutlich. Für den Großteil der Erdbevölkerung ist Beschneidung immer noch ein wichtiger Schutzmechanismus. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt in Afrika Beschneidungen als Schutz gegen die AIDS-Gefahr. Außerdem ist sie wichtig in Gebieten, in denen man sich nicht hygienisch reinigen kann. In der Türkei kennt man die Schutzfunktion von Beschneidung, die keine Folgen oder Nachteile hat“. Dr. Özkan hat auch das Urteil des Kölner Landgerichts bewertet und erklärt, dass ordentlich durchgeführte Beschneidungen dem Körper nicht schaden und: „Jeder chirurgische Eingriff kann Komplikationen zur Folge haben. Beschneidung wird nicht als ein notwendiger Eingriff gesehen und als es zur Komplikation kam, hat das Gericht ihn als Körperverletzung verurteilt. Doch am Ende ist Beschneidung ein religiöser Akt im Islam und Judentum und das darf man nicht ignorieren“.

Er sei gegen die Beschneidung von Neugeborenen so Dr. Özkan: „Im Allgemeinen ist der Zeitraum zwischen dem 6. und 9. Lebensjahr empfehlenswert. Im Alter von 1 bis 6 sollten keine Beschneidungen gemacht werden, wenn sie nicht notwendig sind. Denn in diesem Alter bekommen die Kinder alles mit, können aber aufgrund der wenig entwickelten Einordnungsgabe Beschneidungen nicht verstehen. Nach dem 6. Lebensjahr kann man dem Kind durch Gespräche und Erklärungen beibringen was gemacht wird.“

Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.

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