Salafisten stechen Polizisten nieder!

Die rechtsextreme Bürgerbewegung Pro NRW, die bekannt für ihre Anti-Islampropaganda ist, provozierten bei einer Kundgebung am Samstag mit islamfeindlichen Mohammed-Karikaturen, die sie vor einer Moschee in Bonn zeigten. Daraufhin eskalierte die Situation und es brach Gewalt zwischen den Rechtsextremen und den salafistischen Gegendemonstranten aus. Polizisten gingen dazwischen um die Situation zu beruhigen, dabei wurden 29 Sicherheitskräfte verletzt, zwei erlitten Schnittwunden durch Messer. Gegen einen 25-jährigen Türken, dem vorgeworfen wird Beamte mit einem Messer angegriffen zu haben, ist inzwischen Haftbefehl wegen Mordversuchs an Polizisten erlassen worden.

Verbot aufgehoben

Auf der anderen Seite hat das Verwaltungsgericht in Minden das Verbot von Zurschaustellung von Mohammed-Karikaturen durch die Pro NRW vor Moscheen aufgehoben. Das Gericht hat entschieden, dass die Pro NRW bei den Kundgebungen in Bielefeld die Karikaturen zeigen darf und das die Zurschaustellung dieser Karikaturen keine großen Sicherheitsprobleme verursachen. Zuvor hatte der NRW Innenminister Ralf Jäger in einem Rundschreiben die öffentliche Ausstellung der Karikaturen untersagt.

ZMD zu Gewaltausbrüchen bei Pro NRW Demo in Bonn

Zu den jüngsten Gewaltausbrüchen bei den Demonstrationen in Bonn sagte die Generalsekretärin des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) Nurhan Soykan heute in Köln: „Wir verurteilen die Gewaltanwendung bei den Demonstrationen in aller Form und distanzieren uns ausdrücklich von gewaltbereiten Muslimen, die zur Selbstjustiz anstacheln und die Polizei angreifen. Auf diese Provokationen mit Gewalt zu reagieren ist nicht die Sache friedliebender Muslime, weil dies unislamisch ist und obendrein den Rechten in die Hände spielt. An dieser Stelle wünschen wir den verletzen Polizisten gute Besserung und schnelle Genesung.  Alle unsere Moscheengemeinden haben bisher mit Würde, Geduld und ohne illegale Gegenaktionen auf die volksverhetzenden und menschenverachtenden Angriffe der Rechtsextremisten von Pro NRW reagiert.

Extremisten hüben wie drüben versuchen ein 2. Dänemark zu inszenieren. Wir sagen dazu: Mit uns nicht! Wir erwarten von Politik und Justiz, dass rechtlich alles unternommen wird, damit dieser Rassismus nicht weiter grassiert und salonfähig gemacht wird, deswegen haben wir die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und Strafanzeige erstattet.“

Pro NRW-Ausschreitungen in Bonn

Koordinationsrat der Muslime (KRM) verurteilt Gewalt aufs Schärfste: „Gewalt ist unter keinen Umständen tolerierbar. Wir verurteilen jedwede Gewalt mit aller Schärfe. Den verletzten Polizisten wünschen wir eine schnelle Genesung“, so der Sprecher des Koordinationsrates der Muslime (KRM), Ali Kızılkaya, anlässlich der Ausschreitungen im Rahmen einer Demonstration der rechtsextremen Pro NRW in Bonn am Samstag (5.5.2012). Kızılkaya weiter: „Der KRM verurteilt mit aller Entschiedenheit jegliche Form von Gewalt als Antwort auf die hetzerischen Provokationen der rechtsradikalen Pro NRW. Sie darf unter keinen Umständen toleriert werden. Die rechtsextreme Pro NRW macht anlässlich der bevorstehenden Landtagswahlen bewusst Stimmung mit islamfeindlichen Plakaten und Parolen, um mediale Aufmerksamkeit zu erhaschen und Zwietracht unter die Bevölkerung zu säen. Hier sind Politik und die Sicherheitskräfte gefordert, derartigen Tendenzen entgegenzuwirken. In einem Rechtsstaat sind die Rollen und Zuständigkeiten klar geregelt und verteilt. Daran hat sich jeder ohne Wenn und Aber zu halten.“

Der KRM ruft alle muslimischen Bürgerinnen und Bürger auf als Antwort auf Provokationen sich an den koranischen Grundsatz „Das Gute und das Schlechte sind sich nimmer gleich. Wehre (das Schlechte) in bester Art ab.“ (Sure 41 Vers 34) zu halten, besonnen zu reagieren und die Provokateure zu ignorieren. Das ist die beste Antwort auf eine Handvoll Provokateure, die nichts anderes im Sinn haben, als eine Eskalation herbeizuführen.

Reaktionen verbunden mit Gewalt lehnt der KRM kategorisch ab. Der KRM wünscht den Polizisten, die bei der Eskalation in Bonn verletzt wurden, eine schnelle Genesung. Der KRM Sprecher Ali Kizilkaya stellt noch einmal in aller Deutlichkeit fest: „Gewalt, egal in welcher Form, unter welchen Umständen und von wem auch immer sie ausgeht, verurteilen wir aufs Schärfste.“ Der KRM dankt allen Bürgerinnen und Bürgern für die Solidarität mit Ihren Muslimischen Mitbürgern und deren Moscheen gegen die rechtsradikale Gesinnung.

Der Koordinationsrat der Muslime wurde im März 2007 von den vier großen Dachverbänden DITIB, VIKZ, Islamrat und ZMD gegründet. Er organisiert die Vertretung der Muslime in Deutschland und ist Ansprechpartner für Politik und Gesellschaft.

Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.

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