NSU-Prozess: Gebäudereiniger war begehrter Agent!

Am Donnerstag wurde die Befragung von Benjamin Gaertner fortgesetzt. Der V-Mann, der unter Andreas Temme tätig war, konnte sich auch heute an nichts erinnern oder wusste vieles nicht mehr. Ob nun Naivität oder Dummheit, die Aussagen von Gaertner trieben die Zuhörer in den Wahnsinn, aber dennoch machte er einen Geständnis. Nach dem ihm Yavuz Selim Narin, der Anwalt der Nebenklage, beharrlich befragte, gab Gaertner zu, dass er auch für den Militärischen Abschirmdienst (MAD) tätig war. Dass der frühere Neonazi, der als Gebäudereiniger arbeitet, sowohl für den Verfassungsschutz als auch für den Militärischen Abschirmdienst tätig war, wurde als merkwürdig aufgefasst.

Die Anwälte der Nebenklage beantragten den Ausschuss des Gärtner Anwaltes Hoffmann aus dem Prozess, der vom hessischen Verfassungsschutz beauftragt wurde und bezahlt wird. Richter Götzl unterbrach daraufhin die Verhandlung, lehnte dann aber diesen Antrag ab. Dann versuchte ein Anwalt der Nebenklage Gaertner mit seinen handschriftlichen Notizen in die Ecke zu drängen. Diese Notizen liegen dem Gericht nicht vor und stammen aus dem Akten über Andeas Temme, die nicht zum Prozess zu gelassen sind. Grund genug für Olaf Klemke, der Anwalt von dem früheren NDP Funktionär Ralf Wohlleben, einen Befangenheitsantrag gegen Götzl zu stellen. Klemke betonte, dass diese Befragung unzulässig sind, weil die Notizen nicht allen Beteiligten vorliegen. Der Richter aber lies die Befragung dennoch zu woraufhin Klemke den Befangenheitsantrag stellte, der abgelehnt wurde.

Als am Nachmittag mit der Befragung von Andreas Temme weitergemacht werden sollte, erklärte Wolfgang Heer, der Anwalt von Beate Zschäpe, dass seine Mandantin unter Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten leidet. Daraufhin wurde die Verhandlung auf Montag vertagt.

Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.

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