NSU-Prozess: „Dieser Fall wird nie gelöst“

Gestern wurde im Münchener Oberlandesgericht der Polizeibeamte Martin Arnold verhört. Er ist der einzige Zeuge des Mordanschlages durch die NSU, bei der seine Kollegin Michele Kiesewetter erschossen wurde. Martin Arnold: „Ich bin froh, dass ich am Leben bin. Der Tattag war meine erste und letzte Streife Heilbronn. An diesem Tag habe ich zum ersten und zum letzten Mal eine Waffe getragen. Ich kam nach einer zweimonatigen Therapie wieder zu mir. Habe viele schlaflose Nächte verbracht.“

Damit sein Kopf nicht noch mehr geschädigt wird, wurden entsprechende medizinische Maßnahmen getroffen, so Martin Arnold und: „Ein Teil der Kugel, der in meinen Kopf eindrang ist immer noch in meinem Hirn. Ich habe immer noch Kopfschmerzen. Aber ich möchte nicht wieder am Kopf, am Hirn operiert werden.“

Immer wenn er einen Polizisten sieht, hofft er, dass ihm nichts passiert. Er selbst habe Abstand zu seinem Beruf geschaffen, erklärt er und sagt, dass seine Welt nach diesem Anschlag zusammengebrochen ist: „Ich glaube nicht, dass dieser Anschlag jemals geklärt wird.“

Man geht davon aus, dass die Mitglieder der NSU, wie bei den Morden an neun Menschen, davon acht Türken, bei den Polizisten die Opfer zufällig ausgewählt haben. Wahrscheinlich ging es ihnen darum Vertreter des Staates zu erschiessen, die sie gehasst haben.

Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.

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