Kranke Gesinnungen!
Am 29. Mai 1993 starben in Solingen bei einem rechtsextremen Brandanschlag durch vier Nazis fünf Kinder der Familie Genc. Am 19. Jahrestag dieses unmenschlichen Verbrechens gedachten bei einer Trauerfeier 250 Teilnehmer aus der Politik und Gesellschaft den Opfern, die man nicht vergessen darf. Vor allem, weil die Zahl der rassistischen und rechtsextremen Angriffen stetig weiter steigt.
Bei der Gedenkfeier vor dem Mildred-Scheel Berufskolleg hielt der türkische Botschafter in Berlin Hüseyin Avni Karslioglu eine hochemotionale Rede und sagte: „Das kranke Gesinnungen wie Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Deutschland, aber auch Europa immer noch Anhänger finden, ist besorgniserregend“. Der Botschafter bezeichnete die wachsenden Übergriffe auf türkische Häuser, Moscheen und Vereine als Anlass zur Sorge.
Karslioglu gedachte allen fünf Mitgliedern der Familie Genc, aber auch den acht Türken, einem Griechen und der deutschen Polizistin, die Opfer von Neonazis wurden. Bei der Erinnerung an die unschuldigen Menschen, die sterben mussten, weil sie keinen Platz in der rechtsradikalen Ideologie der Täter hatten, konnte der Botschafter seine Tränen nicht zurückhalten.
Karslioglu appelierte auch an die Medien. Er forderte einen sensiblen, rücksichtsvollen Umgang mit dem Thema Migration und bat sie vorsichtig mit Berichterstattungen zu sein, die diese Menschen zu Zielscheiben machen können.
Gedenkfeier sind notwendig!
Oberbürgermeister Norbert Feith (CDU) bezeichnete den Zuspruch für die rassistischen und rechtsextremen Gedanken ebenfalls als gefährlich. Er erinnerte daran, dass in Deutschland eine Neo-Nazi Terrorgruppe 13 Jahre lang unbemerkt und ungehindert morden konnte und „Wer solche Gedenkfeier unnötig findet, soll wissen, dass wir sie brauchen!“ Die Solinger könnten immer noch nicht verstehen, wie so ein Anschlag in ihrer Stadt geschehen konnte, aber in den letzten neunzehn Jahren seit dem Brandanschlag, haben sie viel erreicht. Er würdigte die herausragende Rolle der Stadt im Sinne der Integration.
Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.