Jugend setzt ein klares Zeichen für die Umwelt!

Der 20. September war weltweit der größte Aktionstag der letzten Jahre. Mehrere Millionen Menschen streikten an einem Freitag, während der Arbeits- und Schulzeit für den Schutz der Umwelt und eine umgehende Klimawende. In insgesamt 161 Ländern waren es mehrere Millionen. Allein in Deutschland beteiligten sich mindestens 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler, Studierende, Lehrer, Angestellte und Arbeiter in 575 Städten, weltweit in über 2900 Städten.

In Australien beteiligten sich zum Auftakt 400.000 Menschen, in London 100.000, in Brüssel 15.000, in Paris 10.000. 250.000 waren es in New York. Große Demonstrationen gab es auch in Washington, Boston oder Portland. In Asien gab es Aktionen mit Hunderttausenden Menschen, in Afrika fanden Demonstrationen etwa in Kapstadt (Südafrika), Kampala (Uganda), Nairobi (Kenia), Port Harcourt (Nigeria) statt. In Berlin waren ganze 270.000, in Hamburg 100.000, in Köln 70.000 Menschen auf den Strassen.

Der Tag wurde symbolartig zum Kampftag gegen die globale Umweltkrise und hat gezeigt, dass die Jugend es mit ihrer Forderung nach einer anderen Lebensweise sehr ernst meint. Der Tag hat aber auch gezeigt, dass die Umweltbewegung unmittelbar mit der sozialen, Migrations- und Arbeiterfrage verknüpft ist.

UN-Klimagipfel und Beschwerde vor Kinderrechtsausschuss

Wenige Tage nach diesem „Wutausbruch“ der Jugend fand in New York der UN-Klimagipfel stand, auf der Greta Thunberg, Initiatorin und das Gesicht von „Fridays for Future“, eine Wutrede hielt. Mit brüchiger Stimme und Tränen in den Augen hatte die 16-Jährige die Dutzenden Staats- und Regierungschefs in der voll besetzten Halle der UN-Vollversammlung zu mehr Engagement beim Klimaschutz aufgerufen. „Menschen leiden. Menschen sterben. Wir befinden uns im Anfang eines Massenaussterbens, und alles, woran ihr denken könnt, sind Geld und Märchen von ewigem Wachstum.“ sagte die junge Schwedin. „Wie konntet ihr es wagen, meine Träume und meine Kindheit zu stehlen mit euren leeren Worten?“, rief die junge Schwedin den Mächtigen dieser Welt entgegen. Sie fuhr fort: „Die Augen der zukünftigen Generationen ruhen auf euch – und wenn ihr uns enttäuscht, werden wir euch das niemals verzeihen“ und sagte weiter „Wir werden Euch das nicht durchgehen lassen. (…) Die Welt wacht auf und es wird Veränderungen geben, ob Ihr es wollt oder nicht.“

Den Zusammenhang fasste Thunberg so zusammen: „Der Wandel muss jetzt passieren, wenn wir die schlimmsten Konsequenzen vermeiden wollen. Die Klimakrise ist nicht nur das Wetter. Sie bedeutet auch Mangel an Nahrung und Mangel an Wasser, unbewohnbare Orte und dadurch Flüchtlingsbewegungen“, sagte Thunberg laut Unicef weiter. Sie und 15 weitere Kinder und Jugendliche, darunter auch eine 15 jährige Deutsche, aus zwölf Ländern reichten eine Beschwerde beim Kinderrechtsausschuss der Vereinten Nationen ein. Darin werfen sie den UN-Mitgliedsstaaten vor, nicht genug gegen den Klimawandel zu unternehmen und damit gegen die vor 30 Jahre verabschiedete UN-Kinderrechtskonvention zu verstoßen, wie das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Montag mitteilte.

Trump verspottet Thunberg

Am Montagabend twitterte Trump seine Meinung zu Thunberg. Er teilte einen Link, in dem ihre Rede und ihr Wutausbruch thematisiert wurde. Trump schrieb dazu ironisch: „Sie scheint ein sehr glückliches junges Mädchen zu sein, das sich auf eine strahlende und wundervolle Zukunft freut. So nett anzusehen!“ Bekanntlich ist Trump ein Klimaleugner und pöbelt mit seinen Tweets seine Kritiker an und versucht sich – dabei macht er sich oft selber zum Affen- durch seine arrogante Art aufzuspielen. Diese Pöbelei wurde – wie auch die emotionale Rede von Thunberg- von Klimaleugnern und -befürwortern, millionenfach geteilt und kommentiert.

Die Rede von Thunberg kam aber bei vielen Regierungschefs an. Mehr als 60 Länder haben beim UN-Klimagipfel zusätzliche Anstrengungen im Kampf gegen die gefährlich schnell zunehmende Erderwärmung versprochen. Große Wirtschaftsmächte wie Deutschland, Frankreich und China präsentierten ihre Pläne am Montag ebenso wie Tonga, die Seychellen und andere kleine Inselstaaten, die vom Klimawandel besonders stark betroffen sind. Im Publikum saß auch Angela Merkel, die in ihrer späteren Rede sagte: „Wir alle haben den Weckruf der Jugend gehört.“ Die CDU-Politikerin stellte in New York das Klimapaket der Bundesregierung vor, das von Aktivisten und Wissenschaftlern als zu unentschlossen kritisiert wird.

77 Staaten wollen bis 2050 klimaneutral werden

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hatte den Gipfel einberufen, um die Dringlichkeit eines verstärkten Kampfes gegen den Klimawandel zu verdeutlichen. 70 Ankündigungen neuer Maßnahmen kamen zusammen. Unter anderem verpflichteten sich 77 von 193 Mitgliedern der Vereinten Nationen, bis 2050 klimaneutral zu werden, also unter dem Strich keine Treibhausgase mehr zu produzieren. Auch Deutschland zählt zu diesen Ländern. 102 Städte, 10 Regionen und 93 Konzerne schlossen sich diesem Ziel an. 70 Länder versprachen, ihren nationalen Beitrag zum Kampf gegen die Klimakrise ab 2020 zu erhöhen. Russland trat am Montag per Regierungsverfügung dem Klimaschutzabkommen von Paris offiziell bei. Unklar blieb aber, wie die Regierung den Ausstoß von CO2 reduzieren will. Die Rohstoffgroßmacht, die vor allem von ihren Gas- und Ölressourcen lebt, gehört zu Ländern mit dem höchsten Ausstoß von Kohlendioxid.

Kritik von Umweltverbänden

Klimaexperten zeigten sich unzufrieden mit den Gipfelergebnissen. „Es gab nicht die Art von Klarheit und die eindeutigen Aussagen, die wir von diesen Ländern sehen wollen würden“, sagte der Direktor der International Climate Initiative vom World Resources Institute, David Waskow. Deutsche Umweltorganisationen gingen mit Merkel hart ins Gericht. „Angela Merkel war in New York mutlos – sie hat es versäumt, eine Erhöhung der ungenügenden deutschen sowie europäischen Klimaziele anzukündigen“, erklärte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger.

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