Hinter den Schleiern der Türkei / Von Michael Martens, Istanbul

Erbitterter denn je streiten Kemalisten und Religiöse in der Türkei miteinander. Die Opposition ist sich nicht einig, ob sie aus dem Kopftuch der First Lady eine Staatsaffäre machen soll oder nicht. Stichtag für die Entscheidung ist der Nationalfeiertag.

In der Türkei ist ein weiteres Tabu gefallen, und wenn er mag, kann der deutsche Bundespräsident sagen, er sei dabei gewesen. Als Christian Wulffs Türkeireise am Dienstag mit den üblichen Zeremonien offiziell begann, interessierten sich türkische Medien vor allem für die Rolle einer Frau bei dem staatstragenden Brimborium: Keine Zeitung versäumte zu melden, dass erstmals auch Hayrünnisa Gül, Gattin des türkischen Staatsoberhauptes, die für den Gast aufgereihte Ehrenformation mit abgeschritten habe.

Bemerkenswert an diesem Vorgang war nicht der parteiübergreifend unumstrittene Umstand, dass Hayrünnisa Gül eine Frau ist. Zu einer Nachricht wurde die Angelegenheit, weil die First Lady Gül Kopftuch trägt. Darüber hat es in der Türkei nicht erst seit dem Amtsantritt ihres Mannes erhitzte Debatten gegeben. Es ist ein Streit, der seit den von der regierenden „Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung“ (AKP) Mitte September per Referendum durchgesetzten Verfassungsänderungen wieder mit erhöhter Betriebstemperatur geführt wird.

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