Großer Trauer im Bundestag!

Seit fast zwei Jahren ist der NSU-Fall ein wichtiger Punkt auf der deutschen Tagesordnung. Zwei Wochen nach dem der Bericht des NSU-Bundesuntersuchungsausschusses fertiggestellt wurde, hat der Bundestag ihn in einer Sondersitzung auf den Tisch gebracht.

Ich bin nach Berlin gefahren, um Zeuge dieses historischen Tages zu werden. Nach dem ich mein Platz im Bundestag einnahm spürte ich sofort die traurige, beklemmende Atmosphäre, die aufgrund dieser schrecklichen, unvergleichlichen Mordserie im Bundestag herrschte. Ein Tag zu vor hatten die Kanzlerkandidaten der CDU und SPD, Angela Merkel und Peer Steinbrück, bei ihrem ersten TV-Duell einen leidenschaftlichen politischen Kampf geliefert, heute sah man anstatt der Rivalität gemeinsamen Trauer.

Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert entschuldigte sich erneut bei den Familien und Hinterbliebenen der Opfer. Politiker wie Bundeskanzlerin Angela Merkel hörten ihm mit demütig gesenkten Blicken zu. Es fiel auf, dass die Politiker, immer noch schockiert darüber, dass Neonazis in Deutschland über Jahre hinweg ungehindert morden konnten, nicht wie Gegner auftraten, sondern wie Menschen, die auf der gleichen Seite stehen und gegen das Gleiche kämpfen. Eva Högl von der SPD bedankte sich bei Clemens Binniger von der CDU. Jeder Redner wurde applaudiert. Die gemeinsame Botschaft lautete: „Der Fall NSU ist unser aller Thema, die Familie sind nicht alleine.“

Man konnte beobachten, dass die Familien der NSU-Opfer der Aufrichtigkeit der gezeigtem Interesse glauben. Die Rede des Bundespräsidenten Gauck, die Äußerungen der Bundeskanzlerin Merkel, die Arbeit des Vorsitzenden des Untersuchungsausschuss Edathy, sind wesentliche Faktoren dafür, dass das Vertrauen dieser Menschen wiedergewonnen wurde. Auch am Montag bekamen die Familien, die im Bundestag anwesend waren, die Worte der Politiker, deren Entschuldungen und der Kritik an den Ermittlungsbehörden zu hören.

In solch einer Atmosphäre präsentierte der wichtigste Person des Protokolls eine symbolische Geste. Bundespräsident Joachim Gauck nahm zwischen den Opferfamilien in den Gästerängen Platz. Gauck saß zwischen Gamze Kubaşık, der Vater Mehmet Kubaşık ermordet, und Şerife Yozgat, deren Bruder erschossen wurde. Neben dem Bundespräsidenten teilten alle Politiker die Trauer der Familien und zeigten, wie ernst sie diesen Fall nehmen.

Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.

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