Film: Der Tiger von Berlin in Berlin

Ayhan Kaplan (Ata Demirer) ist ein Türke, der in Berlin lebt. Sein Vorbild ist Mike Tyson, er ist ein Bodyguard und ein Boxer, der noch nie einen Kampf gewonnen hat. Ein Schwergewicht ist er nur, weil er übergewichtig ist. Er und sein Trainer geraten in finanzielle Schwierigkeiten, Ayhan verliert immer mehr an Prestige und Respekt. Sie brauchen ein Wunder und sie bekommen eine wunderbare Gelegenheit alles wieder in Ordnung zu bringen.

Der neue Film von dem türkischen Komiker Ata Demirer, der mit seinen „Eyvah, eyvah“-Filmen Zuschauerrekorde gebrochen hat, spielt in Deutschland und der Türkei. Er erzählt die Geschichte eines erfolglosen Boxers, der zu seinem wichtigsten Kampf antritt und dabei wie gewohnt mit viel Humor gewinnt.

Am Samstag feierte die türkische Komödie „Der Tiger von Berlin“ (Berlin Kaplan`i) im Alhambra Kino im Berliner Stadtteil Wedding Deutschlandpremiere. Bei der Gala nahmen neben dem türkischen Medienstar Ata Demirer auch die Co-Darsteller Necati Bilgic, Tarik Ünlüoglu, Nihal Yalcin, Özlem Türkad, Julia Dietze sowie der Regisseur Hakan Algün teil.

Unter den 800 Gästen waren auch der türkische Botschafter in Berlin Hüseyin Avni Karslioglu mit Gattin Gamze Karlioglu, die Schauspieler Öktay Kaynarca und Selcuk Yöntem, der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD) Kenan Kolat mit Ehefrau der Berliner Integrationsministerin Dilek Kolat, die Berliner Abgeordnete Emine Demirbüken-Wegner und Özcan Mutlu.

Die Zuschauer haben Ata Demirer und sein Filmteam mit tosendem Applaus empfangen. Nach der Vorführung kam der Schauspieler auf die Bühne und hielt eine Rede. Er sagte, dass er nicht seine Geschichte verfilmt hat: „Aber ich habe eine große Familie. Meine Kindheit habe ich mit dieser Geschichte verbracht. Jeden Sommer haben wir darauf gewartet, dass unsere Verwandten kamen und uns Trainingsanzüge und Schokolade brachten. Ich habe tausend Sachen erlebt und sie gesammelt. Mit 40 Jahren habe ich die Gelegenheit gehabt daraus einen Film zu machen. Ich denke Sie haben sich gut unterhalten und gelacht. Ich habe mitgelacht. Die emotionale Seite ist auch gut geworden, zumindest ist es unsere Geschichte geworden. Jetzt haben wir eine Geschichte in der Fremde. Ich danke Ihnen sehr!“.

Ein Geschenk meiner Kindheit

Bei der Pressekonferenz nach der Premiere beantwortete Demirer die Fragen der Journalisten. Auf die Frage, warum er Klischees über Migranten im Ausland vermieden hat, sagen Demirer, dass ein Teil seiner Familie in Deutschland lebt und: „Meine Kindheit wurde mit den Besuchen meiner Verwandten lebendig. Diese Geschichte ist ein Geschenk meiner Kindheit“. Eine andere Frage war, wen der Film ansprechen soll. Darauf Demirer: „Dieser Film spricht alle an, die Mensch geblieben sind. Es gibt Punkte in diesem Film, die alle dargestellten drei Gesellschaftsschichten ansprechen. Jeder findet darin etwas von sich. Aber was der Film im Kern aussagt ist, jeder ist zuerst Mensch. Menschen die sich mögen, müssen zusammenhalten und dürfen sich nicht verletzen. Gemeinsam können Menschen mit dieser Zuneigung jede Menge schaffen. Das ist das, was ich sagen möchte.

Niemand ist perfekt

Er hätte auch härtere Witze machen können, einen Ton anschlagen können, der mehr Widerklang findet, sagte Demirer und fuhr fort: „Aber es wäre überflüssig und es nicht wert irgendjemanden zu kränken. Weil niemand ist perfekt, aber unsere Mitmenschen hier in Deutschland haben eine perfekte Seite und das sage ich mit größter Überzeugung. Ihre Naivität ist sehr ausgeprägt. Das liegt daran, dass sie hier weniger Reizen ausgesetzt sind. Wo wir herkommen, gibt es viele Versuchungen und das sorgt dafür, dass wir schneller unterschiedlicher denken. Die Aussage „Der Mensch ist wie der Ort, in dem er lebt“ gilt auch hier“.

Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.

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