Der Zufall rettete ihm das Leben

Am 15. Dezember 2003 wurde der türkische Gastwirt Ihsan Y. Opfer eines Mordversuches in Duisburg. Eine Selbstschussanlage war am Auto des damals 34jährigen Türken befestigt und auf den Fahrer gerichtet. Der Zufall kam ihm zur Hilfe und er überlebte schwer verletzt.

Bisher verliefen alle Ermittlungen im Sande und der Fall blieb ungeklärt. Genau acht Jahre nach der Tat überprüfen die Ermittler nun, ob der Anschlag auf das Konto der rechtsradikalen Terroristen geht. Bisher sind zehn Opfer der Nazis bekannt: acht Türken, ein Grieche und eine Polizistin.

Das Landeskriminalamt NRW hat von der Staatsanwaltschaft Duisburg die Akten zu diesem Fall angefordert, wie der Pressesprecher Detlef Nowotsch bestätigte. Die WAZ berichtet, dass erst ein Zusammenhang zwischen der Terroristen und der Tat hergestellt wurde, nachdem die Polizei eine vergleichbare Selbstschussanlage im abgebrannten Haus der Terrorgruppe in Zwickau gefunden hat.

Sabah hat den heute 42jährigen Ihsan Y. erreicht. Der Mann erfuhr erst von unserem Reporter, dass hinter dem Mordanschlag mutmaßlich die Neonazis stecken. Ihsan Y. „Ich bin schockiert. Damals kam mir solch eine Möglichkeit überhaupt nicht in den Sinn.“ Er sagt weiter, dass die Patrone ihn im Oberarm traf und sein leeres Handy ihm das Leben gerettet hat.

In der Tatnacht hat Ihsan Y. zwischen 1.30 und 2.00 Uhr sein Café geschlossen und “„Ich bin zu dem Parkplatz gegangen, wo mein Wagen stand. Bei mir waren zwei weitere Personen. Ich war der Fahrer. Das Auto hatte ich vorwärts gegen die Wand geparkt. Die Wand grenzt an die Bahnschienen. Die Selbstschussanlage war am  Schienenrand aufgebaut. Ein Draht hat die Anlage mit dem Wagen verbunden. Ich konnte nur rückwärts fahren. Und sobald ich gestartet wäre, wäre das Geschoss in meinem Kopf gelandet. Mein Handyakku war leer. Um das Ladegerät anzuschliessen hatte ich mich runtergebeugt und dabei auch die Handbremse gelöst. In diesem Moment rollte der Wagen zurück und die Patrone traf mich im Oberarm.“”

Ihsan Y. stieg aus und untersuchte seinen zerfetzten Arm unter dem Licht einer Straßenlaterne. Er sagt: „”Ich bat einen Taxifahrer mich ins Krankenhaus zu fahren. Drei Monate lang wurde ich im Krankenhaus behandelt. Die meisten Geschosssplitter sind noch drin, da sie nicht entfernt werden  konnten. Ich kann meinen Arm und meine Finger nicht  vollständig bewegen. Früher habe ich Saz (türkisches Saiteninstrument) gespielt, das kann ich jetzt nicht mehr. Seit Jahren warte ich darauf, dass dieser Fall aufgeklärt wird.“”

Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.

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