Der Tod in Anatolien / Von Michael Martens, Istanbul

Noch immer läuft in der Türkei das Verfahren gegen die Männer, die im April 2007 drei Christen in Malatya brutal ermordeten. Anfänglich hieß es, die Täter seien „irrgeleitete Fanatiker“. Doch der Prozess offenbart, dass sie wohl gut vernetzt waren mit einer unheilvollen Parallelwelt: Dem „tiefen Staat“.

Am 18. April 2007, mittags, stand der Grafiker Gökhan Talas vor dem Büro des christlichen Verlagshauses “Zirve” in der anatolischen Stadt Malatya und bat vergeblich um Einlass. Talas teilte sich das Büro mit zwei zum Christentum übergetretenen Türken, Necati Aydin und Ugur Yüksel, doch obwohl er an diesem Tag erst spät zur Arbeit kam, hatten sie ihm nicht geöffnet. Die Tür war sogar von innen verschlossen.

Talas muss Böses geahnt haben, denn er rief die Polizei. Die fand die Räume des Verlagshauses in ein Kabinett des Grauens verwandelt: Aydin, Yüksel und der deutsche Missionar Tilman Ekkehard Geske lagen, gefesselt, mit aufgeschlitzten Kehlen, von Messerstichen entstellt, in ihrem Blut. Die Mörder hatten nicht rechtzeitig fliehen können. Drei standen blutbefleckt vor den Polizisten, ein weiterer wurde auf einem Balkon ergriffen, der fünfte wollte durch einen Sprung aus dem dritten Stock entkommen, verletzte sich dabei und blieb auf dem Pflaster liegen.

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