Das Jahr der Integrationsdebatte

Die Integrationsdebatte in Deutschland, die im Jahre 2009 mit den Vorwürfen des Ex-Bundesbank-Vorstandsmitgliedes Thilo Sarrazin gegen die islamischen Migranten angefangen hatte, dauerte das ganze Jahr 2010 über. Sarrazin hat insbesondere Türken und Arabern vorgeworfen, sich der Integration zu verweigern. Zudem behauptete er, dass Deutschland durch Zuwanderung von unausgebildeten Migranten aus der Türkei, Afrika und den Nahen Osten “verdummen” würde. In seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“, wirft er den Migranten vor, sie seien für das Sozialnetz in Deutschland eine grosse Last. „Muslimische Migranten integrieren sich überall in Europa deutlich schlechter als andere Migrantengruppen. Die Ursachen dafür sind nicht ethnisch, sondern liegen offenbar in der Kultur des Islams“, schreibt Sarrazin. Mit seiner Behauptung, Juden haben ein bestimmtes Gen, das sie von anderen unterscheidet, brachte Sarrazin das Glas zum Überlaufen. Die jüdische Gemeinde sowie einige Politiker, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, haben Sarrazin scharf kritisiert. Auch die Sozialdemokraten und die Grünen haben sich von Sarrazin distanziert. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere hat sich der Debatte angeschlossen und behauptet, dass sich 10 bis 15 Prozent der Migranten der Integration verweigern würden. Das Erstaunlichste dabei war, dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung für Sarrazin Stellung genommen hat. Nach einer Studie der Bild am Sonntag würden sogar 18 Prozent der Wähler für ihn stimmen, wenn Sarrazin eine Partei gründen würde.

Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.

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