Bozdağ fordert Merkel zum Handeln auf

Vizeministerpräsident Bekir Bozdağ, der auch für die Auslandstürken zuständig ist, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert, die “Vermisst“-Kampagne, die im Rahmen der Sicherheitsinitiative entwickelt wurde, umgehend zu stoppen.

Bozdağ sprach auf der Eröffnung des „Bildungsprogramm für internationales Recht und Rechtsvergleich“ und ging auch auf die “Vermisst“-Kampagne ein, die als Sicherheitsmaßnahme zum Schutz der Jugendlichen vor extremen islamischen Einflüssen entstand. Bozdağ: „Ein Land behandelt seine muslimischen Bürger als ein Sicherheitsproblem. Sie sagen: `Die können ein Sicherheitsproblem darstellen, lass uns was dagegen tun´. Dies ist eine Beleidigung der Muslime. Auf der einen Seite sagt man, dass man gegen die Islamphobie kämpfen will und auf der anderen Seite geht man Schritte, damit sie ihren Weg in alle Teile der Gesellschaft findet. So was kann nicht sein.“

Im Hinblick auf die Beschneidungsdebatte sagte er, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel die notwendigen Schritte eingeleitet hat, die die Legalisierung des Urteils des Kölner Landgerichts verhindern sollen. Aber: „Diese Kampagne wurde nicht von einem Gericht gemacht. Deshalb lade ich Frau Merkel ein, den gesunden Menschenverstand, den sie bei der Beschneidungsfrage eingesetzt hat, auch gegen die Willkür, die Rechtswidrigkeit und das launische Verhalten ihres Innenministers zeigt. Ich hoffe, Sie erlaubt nicht, dass diese Kampagne startet.“

Der Vizeministerpräsident weiter: „Was heißt es eigentlich, Kopftuchträger mit Neigung zum Extremismus zu beschuldigen. Alle, die ein Kopftuch tragen als Terrorist abzustempeln. Kann so etwas sein? Wenn wir in der Türkei so etwas in Zusammenhang mit dem Christentum machen würden, würde sich die ganze Welt gegen uns stellen. Dies ist eine erhebliche Verletzung der Rechte, die Intervention der Freiheit. Das Niedertreten des Grundsatzes der Gleichheit, eine Ungerechtigkeit. Die Verachtung der Werte, die Deutschland zu Deutschland machen.“

Bozdağ richtete das Wort auch an den Innenminister Hans-Peter Friedrich: „Wenn der sehr verehrte Herr Innenminister Terror bekämpfen will – die PKK hat hunderte von Vereinen in seinem Land. Jeden Tag treffen sie sich, sammeln Geld ein, um in Waffen zu investieren, damit Menschen sterben und getötet werden. Anstatt harmlose Menschen zu Terroristen zu erklären, aus unschuldigen Menschen Schuldige zu machen, sollte gegen die echten Schuldigen, gegen Terroristen ein Rechtsstaat stehen. Ich hoffe, Deutschland verzichtet auf diesen falschen Weg. Wenn ihr wirklich gegen Terroristen kämpfen wollt, bitte schön, die Terroristen sind dort in Aktion. Ihnen wird jede Art von Schutz gewährt. Verhindert die Terroristen, die unter eurem Schutz stehen.“

Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.

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