Auf der Suche nach Frieden, muss man mit Feinden reden, nicht mit Freunden!

Wenn Sie in einem kontrovers diskutierten Punkt auf der richtigen Seite stehen wollen, müssen Sie denen genauso zuhören die nicht so denken wie Sie denen zuhören, die so denken wie Sie.

Mosche Dayan hat diese Regel nach dem Arabisch-Israelischem Krieg 1967 folgendermaßen formuliert:

–  Wenn Sie Frieden schaffen wollen, müssen Sie nicht mit ihren Freunden, sondern mit ihren Feinden reden.

In dieser Phase, in der die Türkei eine Lösung für das Kurden-Problem und Frieden für den Südosten sucht, werden natürlich all Schichten ihre Ansichten zu der Lage äüßern. Ohne einen Türken-Kurden Unterschied zu machen, ist es eine nicht abstreitbare Tatsache, dass die Mehrheit für den Frieden und für eine Lösung ist. Doch die Antwort auf die Frage: „Ist es möglich, dass dieser Frieden gelingen kann?“ können wir mit dem Wissen über das, was die “Gegenseite“ akzeptieren muss, erreichen.

Wie auch der MIT-Sekräter (türkischer Geheimdienst) Hakan Fidan auf zur Sprache gebracht hat: ”Imralı (also Özcalan, Imralı ist die Insel auf der sich das Gefängnis mit dem inhaftierten PKK-Führer befindet) ist nur einer der Akteure dieser Phase.“

Die Haltung der BPD ist ein weiterer dieser Akteure wie man an der Rede des Vizevorsitzenden der Partei, Selahattin Demirtaş, bei der gestrigen Gruppensitzung verstehen konnte.

Demirtaş hat kurz zusammengefasst Folgendes betont:

–  Vor allem ist ein Treffen mit einer offiziellen Kommission für uns wichtig. Denn dies ist keine gewöhnliche Entwicklung. Sie ist eine verspätete Entwicklung. Es ist wichtig, dass die Initiative nach 14 Jahren eine Offenheit gewinnt und als teilweise transparent begonnen wird.

–  Wir haben uns nicht mit Regierung zusammengesetzt und diese Phase diskutiert. Eine geplante Phase ist nicht das Thema. Es gibt keinen Wegweiser, keinen datierten Zeitplan, der an uns, an die KCK (Kurdische Kommunen Vereinigung), an das Volk weitergegeben wurde. Es gibt keine Verhandlung, die begonnen hat oder wurde. Die Verhandlungsphase hängt von der Haltung der Übergangsregierung ab.

–  Eine Phase, die auf “Nicht gewinnen“ und ”Nicht verlieren“ basiert wird von Anfang an problematisch sein. Das Imralı-System muss aufgehoben werden. Wir möchten, dass die Öcalan Umstände in einen Umstände gebracht werden, die Verhandlungen zulassen. Während der Verhandlungsphase müssen die Umstände einander genähert werden. Die Schließung von Imralı könnte auf die Tagesordnung kommen. Die Kommunikation von Herrn Öcalan mit dem Volk und der KCK muss erleichtert werden.

Ahmet Türk und Ayla Akat Ata haben nach ihrem Besuch von Öcalan, wie man sich erinnert auch Murat Karayılan, von Kandil aus eine Erklärung abgegeben.

Karayılan betonte, dass die Position von Öcalan in Imralı richtig gestellt werden muss und sagte, dass die Regierung einen Wegweiser bestimmen sollte. Karayılan sagte in seiner Erklärung: „Ohne das dies alles gemacht wird, werden auch keine Waffen niedergelegt.“ Wenn Sie wollen können Sie eine “Gegenseite“ oder “Feinde“ sehen, die Haltungen von Öcalan, Karayılan und BPD so weit wir es wissen können, werden die Initiative, die die Regierung zur Lösungssuche und Friedensverhandlungen gestartet hat, gesunder verfolgen können.

Am Ende ist dies kein Monolog, sondern eine Frage des Dialoges.

Zur Person:

Mehmet Barlas ist der leitende Kolumnist von SABAH in der Türkei. Der studierte Journalist hat bei den führenden Zeitungen des Landes gearbeitet und Nachrichten im Fernsehen moderiert. Der Recherche-Preisträger ist Sohn des Politikers Cemil Sait Barlas.

Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.

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