70% der Deutschen haben Angst vor dem Islam

Dr. Şadi Aydın, der an der Universität Augsburg seine Dissertation mit dem Titel “Vertrauensbildende Maßnahmen der Muslime und muslimische Gruppierungen in Deutschland – Ein Beitrag zur Friedensgeographie“ geschrieben hat, erklärt, dass 7 von 10 Deutschen Angst vor dem Islam haben. Zwischen 6 bis 8% der Menschen sind islamfeindlich, so Aydın.

Mit dem steigenden Bildungsniveau ist die Furcht vor dem Islam gesunken, erklärt Aydın und sagt: „In Berufen, die einen Kontakt zwischen den Menschen schaffen, wie Ärzte, Krankenschwester oder Psychologen, wird die Angst weniger. Auch bei denen, die in islamische Länder reisen nimmt die Angst ab.“ Er stellte 602 Deutschen 56 Fragen und resümiert: „Die meisten Deutschen haben keine Angst vor den Muslimen, die sie kennen, sie haben allgemein Angst vor dem Islam.“

Imame haben einen schlechten Ruf

Die Rolle der deutschen Medien bei der Angstschürung ist groß, so Aydın und erklärt, je mehr ein religiöser Wert und Symbol in der Öffentlichkeit gezeigt wird, desto mehr werden sie abgelehnt. Die Muslime, die in Kontakt mit den Deutschen stehen, vermitteln entweder gar kein oder mangelndes und lückenhaftes Wissen über den Islam. Die Imame, die weder Vertrauen noch Akzeptanz genießen, haben einen schlechteren Ruf als die Moscheen. In seiner Untersuchung kommt Dr. Şadi Aydın zu dem Ergebnis, dass die Muslime, die an der Befragung teilnahmen, nicht genügend oder gar nicht solidarisch mit den Deutschen sind. Yalın betont, dass die negativen Entwicklungen auf der Welt, antiislamischen Gedanken und Aktionen, von Islamgegnern veröffentlichte Bücher, die Haltung von fanatischen Muslime, die Aussagen von Politikern, die historisch begründete Befürchtungen und die Inhalte von Schulbüchern steigern die Ängste vor dem Islam und die Vorurteile gegen diese Religion.

In seiner Dissertation geht Dr. Dr. Şadi Aydın auch auf vertrauensbildende Maßnahmen ein. Er betont, dass in vorurteilsbehafteten Themen und Bereichen Aufklärungsarbeit notwendig ist. Die muslimischen Organisationen müssen mit ihren Zielen, Inhalten, Strukturen und Funktionen transparent umgehen, Engagement gegen Extremismus zeigen und einen sprachkundigen, vertrauensbildenden Führungspersonal heranziehen, um Vertrauen zu gewinnen. Dialogmaßnahmen sind wichtig, um die Angst abzubauen, so Aydın, der Moscheen auffordert Jugendlichen und Frauen mehr Raum in den Führungsebenen zu geben – die Bildungslücke zwischen den Generationen zu schließen ist bei der Bekämpfung von Vorurteilen von großer Bedeutung.

Detaillierte Post auf SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung.

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