„Beethoven gehört auch den Türken“

Star-Pianist Fazil Say über die Weltgeltung deutscher Komponisten, Klassik-Konzerte in anatolischen Dörfern und das Ringen seines Heimatlandes um eine Annäherung an Europa.

Herr Say, warum mischen Sie als renommierter Pianist und Komponist sich immer wieder in die türkische Politik ein? Für manches, was Sie sagen, werden Sie von Ihren Landsleuten heftig angegriffen, einmal beschimpfte man Sie sogar als Faschisten. Warum spielen Sie nicht einfach Mozart oder Beethoven und lassen sich als Genie verehren?

Es geht in der Türkei darum, ob wir unser Leben so leben können, wie wir es wollen – selbstbestimmt. Ich gebe Ihnen zwei Beispiele. Erstens: Im September wurde eine Galerie attackiert, weil die Leute vor der Tür Alkohol getrunken haben. Diese Menschen wurden von 30, 40 Islamisten zusammengeschlagen. Unter den Opfern hätte auch ich sein können. Das Gleiche könnte ebenso gut bei einem Symphoniekonzert passieren. Zweitens: Ich habe eine Tochter, zehn Jahre alt. Sie trägt kein Kopftuch. Was machen wir, wenn sie dazu gezwungen wird, ein Kopftuch zu tragen? Sie kennen die iranische Revolution, wie die Intellektuellen daran mitgewirkt haben. Mit anderen Worten: Wir kennen die Gefahr.

 

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